Trauer um Sonia Rykiel:
Die „Königin des Strick“ ist gestorben

Sonia Rykiel (Foto: HauptBruch GbR)

Sonia Rykiel ist tot. Die französische Modeschöpferin, die als die „Königin des Strick“ oder „zweite Coco Chanel” galt, verstarb nach Angaben ihrer Tochter Nathalie am heutigen Donnerstag an den Folgen einer Parkinson-Erkrankung in Paris. Sie wurde 86 Jahre alt.

Die 1930 in Paris geborene Rykiel machte sich vor allem durch ihre Strickkleider einen Namen. Schon als junges Mädchen begann sie Mode zu entwerfen und anzufertigen – und das ohne Nähausbildung. Ihre Kreationen hielten sich meist nicht an die gängigen Konventionen der damaligen Zeit und entwickelten sich in der aufkommenden 68er-Bewegung schnell zur „Mode des Protestes“.

1968 gründete sie unter ihrem Namen ihr Mode-Label, das bis zum heutigen Tag zu einem florierenden und weltweit agierenden Unternehmen gewachsen ist.

Als eine der markantesten Figuren der Pariser Mode-Szene, war Rykiel mit ihren roten Haaren auch ein gern gesehenes Model bei unzähligen Künstlern wie Andy Warhol, Sara Moon, Karl Lagerfeld oder Helmut Newton.

Sonia Rykiel (Foto: HauptBruch GbR)

Sonia Rykiel 1998 mit ihrer Tochter Nathalie Rykiel

Dass sie an Parkinson litt, hielt sie jahrelang geheim. Erst 2012 machte sie in ihrem Buch „Nóubliez pas que ja joue“ öffentlich, dass sie die Diagnose bereits 1997 erhalten hatte.

Rykiel war Trägerin des Ordens „des Artes et des Lettres“, Mitglied des internationalen Schriftstellerverbandes, der Akademie der Künste sowie der des Weines und der Havanna-Zigarren.

TIKonline.de traf die Designerin 1998. Damals erklärte sie uns, was sie in ihrem Leben ändern würde: „Ich bin sicher, dass ich vieles ändern würde, aber nichts Wesentliches. Ich bin, was ich bin. Und ich versuche immer das Beste zu geben. Für die Menschen um mich herum und für mich“, so Rykiel damals.

Sonia Rykiel hinterlässt ihren Ehemann Simon Bernstein, ihre Tochter Nathalie, ihren Sohn Jean-Philippe und drei Enkelkinder.

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Foto(s): © HauptBruch GbR

von Hirsch Heinrich