Boulevard der Stars eröffnet:
Goldene Sterne für Anti-Stars?


Nun hat die Hauptstadt ihren eigenen „Walk of Fame“! Ein buntes Treiben der Stars und Filmlegenden konnte man am Potsdamer Platz beobachten, als der „Boulevard der Stars“ Eröffnung feierte.

40 große Persönlichkeiten aus 120 Jahren Film- und Fernsehgeschichte werden auf der Potsdamer Straße mit goldenen Sternen bedacht. Geehrt werden Legenden wie Marlene Dietrich, Hans-Joachim Kulenkampff oder Romy Schneider, aber auch noch lebende Prominente wie Musiker Klaus Doldinger, Autor Wolfgang Menge, Produzent Artur Brauner oder Regisseur Wim Wenders.

Die genannten Stars waren natürlich vor Ort, um sich auf dem neuen Sternengang umzuschauen. Danach strömte auch das Publikum auf den Boulevard, um die Sterne zu bewundern. Auf der anschließenden Abendgala feierten die Geehrten und plauderten mit uns über ihr Star-Dasein. Sich selbst als Star wahrzunehmen, ist gar nicht so einfach. Denn sich selbst als Star zu sehen, das hat auch etwas von einer zu perfekten Vollkommenheit und einer wahrscheinlich einsam machenden Unnahbarkeit.

Schauspieler Armin Mueller-Stahl hat es in seinem bewegten Leben bis nach Hollywood gebracht. Er kam mit Ehefrau Gabriele, lächelte verschmitzt für die Kameras, erklärte aber bescheiden: „Ich hab mich nie als Star empfunden. Weil, Stars sind die, deretwegen man ins Kino geht. Ich hab mir immer wieder geleistet das zu spielen, was ich wollte.“

Über den eigenen Stern auf dem neuen Boulevard freue er sich dennoch sehr. Mueller-Stahl: „Zunächst einmal bedeutet er, dass man etwas erarbeitet hat, was bemerkt wurde. Aber wie lange so ein Stern Bedeutung hat, wie lange er überleben wird, das wissen wir nicht. Das ist die Fußnote unserer Unsterblichkeit. Mehr nicht.“

Kult-Kameramann Michael Ballhaus verriet: „Was der Stern mir bedeutet, dass muss ich erstmal sehen, wie er sich entwickelt. Ich bin kein Star und deshalb ist für mich ein Stern etwas ungewöhnlich. Ich fotografiere Stars, ich bin kein Star!“

Star-Regisseurin Doris Dörrie gab sich ebenfalls stolz, erklärte aber, der Begriff „Star“ würde auf Deutsche Filmgrößen nicht zutreffen: „Ich finde es ganz schön, dass man in Deutschland auch nicht so berühmt werden kann, dass man gar nicht mehr leben kann. Dass man gar nicht mehr normal einen Fuß vor die Tür setzten kann. Aber natürlich gehört so ein bisschen tun als ob und Glamour zu unserem Geschäft dazu.“

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Foto(s): © HauptBruch GbR

von TIKonline.de


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