
Zum Auftakt der 37. Berliner Märchentage wurde die „Goldene Erbse“ in der James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel Berlin an zwei Prominente verliehen: Star-Tenor Rolando Villazon und Kult-Sänger Frank Zander. Beide wurden von Märchenland e.V. ausgezeichnet, für ihr besonderes Wirken im künstlerischen Bereich, mit dem sie die Fantasie der Menschen anregen und für ihr soziales Engagement, mit dem sie die Welt, wie Märchenhelden, ein Stückchen besser machen. Ebenso bedachte man Maryam Maleki, Gründerin und Präsidentin des International Piano Forum Frankfurt, mit einer Goldenen Erbse.

Frank Zander erschien an der Seite seines Sohnes Markus in Berlin. Der 84-Jährige war anfangs etwas irritiert von der ungewöhnlichen Auszeichnung, die er erhalten sollte. Zander: „So eine Erbse ist ja auch so, wie soll ich sagen? Das ist merkwürdig. Ich war ein bisschen irritiert. Eine goldene Erbse? Und die noch in Gold, aber ich habe es langsam begriffen. Es ist ein schöner Preis.“

Silke Fischer vom Märchenland e.V. stand neben Frank Zander und erklärte: „Weil er genauso wie die Märchen ein Vorbild ist und zeigt, dass das Gute siegt und dass man Widerstände überwinden kann. Und die Märchen geben Hoffnung und das gibt Frank Zander auch. Seit 1995 macht er diese Obdachlosenhilfe… Er ist unser Vorbild und er ist einer der Prominenten, der durch die dicken Matratzen des Wohlstandes die kleinen, aber wesentlichen Dinge noch spürt und hilft. Und dafür steht die Goldene Erbse und dafür wird er heute geehrt!“ Zander staunte: „Die dicken Matratzen des Wohlstandes, irre!“

Silke Fischer erklärte weiter: „Märchen sind ja geronnene Menschheitsgeschichte. Die Probleme in den Märchen hat man heute auch. Mobbing, Verlust, Ängste und Schwierigkeiten. Sie erzählen uns, dass das Leben kein Ponyhof ist und dass man resilient werden muss, um diese ganzen Schwierigkeiten zu überwinden. Und das machen sie. Die Märchen gehen immer gut aus. Aber das Interessante ist, man muss immer selber mitmachen. Wenn man selber nicht mitmacht, dann wird es nichts. Wenn man auf andere wartet, dann wird es nichts und das ist das Tolle und Heilsame an Märchen, dass man das Schicksal immer wenden kann, wenn man es selber anpackt… Märchen waren ursprünglich keine Kindergeschichten. Sie sind Geschichten für Erwachsene. Und sie sind Welterklärungsgeschichten. Deshalb sind sie heute noch gültig. Die ersten Märchenmotive wurden 5000 vor Christus gefunden. Sie werden immer noch erzählt, sie werden immer noch vorgelesen und sie erzählen von der Geschichte der Menschheit.“

Rolando Villazon kam mit seiner Frau Lucia. Gemeinsam posierte man für Fotos, dann ging es zum Festakt. Eine Moderatorin in Gestalt einer „Gestiefelten Katze“ führte durchs Programm. Katharina Thalbach hielt einen Laudatio für Rolando Villazon. Herzlich lagen sich die Beiden gerührt in den Armen. Rolando küsste sie, obwohl sie gewarnt hatte, sie sei krank.


Auf der Bühne wurde Rolando von den „Roten Nasen“-Clowns überrascht. Seit vielen Jahren ist er Botschafter für die Clowns, geht in Krankenhäuser und sorgt mit einer roten Nase bei den Patienten für ein Lächeln. Auf der Bühne sorgte Villazon spontan gemeinsam mit den Clowns für lustige und komische Momente! Im Interview erzählte Rolando, was ihm die Goldene Erbse bedeutet: „Ganz wichtig! Ich glaube an Geschichten. Ich glaube an Fantasie. Ich glaube an Märchen. Es ist etwas, das liegt in meinem Herzen… Es ist ein Spiegel von dem, was wir sind. Und dass ich so einen Preis kriege, das ehrt genau das, unsere Macht von Geschichten und den Spiegel den wir bringen, wer wir sind als Menschen. Und es ist eine große Ehre, das zu kriegen.“ Rolando sagte uns auch: „Kunst und besonders Musik bringt uns alle zusammen, egal woher wir kommen, welche Sprache wir sprechen, welche Hautfarbe wir haben, was wir glauben, wen wir lieben. Wir sind alle Brüder und Schwestern. Ich wünsche uns, dass wir hoffentlich – ein bisschen gute Nachrichten kommen jetzt von Amerika – dass wir verstehen, dass wir zusammen bleiben müssen.“

Nachdem die Goldene Erbse an Frank Zander übergeben wurde, sorgte „Haudegen“-Sänger Hagen Stoll für Gänsehaut-Momente, als er Zanders berühmte Stadion-Hymne „Nur nach Hause“ performte. Frank kam dazu und brachte die Emotionen auf den Höhepunkt – und der ganze Saal sang mit.

Noch bis zum 22. November 2026 finden unter dem Motto „Zauberflöte und Sternenharfe“ die Berliner Märchentage statt. Es gibt 500 Veranstaltungen in Bibliotheken, Schulen, Museen und Theatern. Mehr Infos: https://berliner-maerchentage.de/













