Superyacht-Messe in Monaco – Megatrends, Millionendeals und mittendrin Brabus

Die Monaco Yacht Show 2026.

Die 35. Ausgabe der Monaco Yacht Show (MYS) begeisterte mal wieder auf allen Ebenen. Vier Tage lang präsentierte sich die weltweite Elite des Schiffbaus im Hafen von Monaco. Mit über 120 ausgestellten Superyachten im Wasser und rund 560 Ausstellern an den Kais gilt die Messe traditionell als wichtigstes Barometer für das Ultra-Luxussegment. Neben dem anhaltenden Trend zu nachhaltigeren Lösungen rückte in diesem Jahr vor allem der Einstieg branchenfremder Marken in die Klasse der Großyachten in den Fokus.

Auch Fürst Albert von Monaco besuchte die Messe.

Rekordwerte bei Tonnage und durchschnittlicher Länge

Der aktuelle Zustand des Marktes spiegelt sich im Hafenbild wider. Obwohl die reinen Auftragszahlen laut Branchenanalysen der Werften im weltweiten Vergleich das zweite Jahr in Folge leicht rückläufig sind, verzeichnen Tonnage und Durchschnittslänge der Neubauten Höchststände. Die im Fürstentum gezeigte Flotte wies eine durchschnittliche Länge von etwa 50 Metern auf, angegeführt von Megayachten wie der 102 Meter langen „Nixie“ von Lürssen. Angesichts ausgelasteter Werftkapazitäten bis in die Jahre 2028 und 2029 gelten fahrbereite Ablieferungen des aktuellen Jahres als extrem begehrte Güter auf dem Markt. Ein deutlicher Schwerpunkt lag zudem auf dem neu geschaffenen Bereich der „Designer Gallery“ und dem Ausbau des „Blue Wake“-Programms. Letzteres soll in Kooperation mit der Water Revolution Foundation umweltfreundlichere Technologien im Yachtbau etablieren. Vorgestellt wurden unter anderem die rein elektrisch betriebene Segelkatamaran-Reihe „Sunreef 100 Eco“ sowie alternative Antriebskonzepte, um den CO₂-Ausstoß der schwimmenden Luxusimmobilien langfristig zu senken.

Superyachten hautnah – wie die „Dagger“ von Benetti.

Port Hercule in Monaco

Automobiles Design auf dem Wasser: Das Debüt der BRABUS AB110

Für besonderes Aufsehen unter den Fachbesuchern sorgte eine strategische Premiere im Segment der 30-Meter-Klasse. Das Bottroper Unternehmen Brabus, traditionell als Veredler von Premium-Automobilen bekannt, expandiert weiter in den maritimen Sektor. Nachdem man in der Vergangenheit bereits kleinere Sportboote anbot, wurde in Monaco die Brabus AB110 vorgestellt – das erste Schiff der Marke in der Kategorie der Superyachten. Gebaut wurde der 33,7 Meter lange Gleiter jedoch nicht im Ruhrgebiet, sondern in den Hallen der italienischen Werft AB Yachts, die zur Next Yacht Group gehört. Das Projekt basiert auf einer exklusiven Entwicklungskooperation: Während die Italiener die Schiffstechnik, den Rumpfbau und das Know-how für den Wasserstrahlantrieb beisteuerten, zeichnete Brabus für das visuelle Konzept und die Materialauswahl verantwortlich. Das Resultat kombiniert die für den Veredler typische Designsprache mit sportlicher Hochseearchitektur. Sichtcarbon-Elemente an den Luftauslässen, rote Akzentlinien und ein markanter Dachspoiler übertragen die Ästhetik moderner Sportwagen auf das Wasser. Angetrieben von drei MTU-Motoren mit einer Gesamtleistung von 7.800 PS erreicht die Yacht eine Spitzengeschwindigkeit von 48 Knoten (rund 89 km/h).

Constantin Buschmann (Brabus) mit seinem italienischen Partner

Die Yacht von Brabus AB110 (Foto: Brabus)

Die Brabus AB110 in Monaco.

Ausblick auf den Markt

Der Vorstoß zeigt exemplarisch, wie die Werftindustrie versucht, durch Partnerschaften mit bekannten Luxusmarken neue Käuferschichten zu erschließen. Die Kooperation zwischen den Viareggio-Schiffsbauern und den deutschen Designern ist langfristig angelegt: Zwei weitere Modelle, die AB95 sowie das zukünftige Flaggschiff AB150, befinden sich bereits in der Planung und sollen die Serie in den kommenden Jahren erweitern.

von TIKonline.de