Mit Ben Becker im Berliner Dom – Über den Tod und seinen Freund Jesus

Orgelmusik, Ben Becker betritt den Altarraum im Berliner Dom, geht an den Ambo, setzt sich eine Brille auf. „Todesduell“ heißt sein neues Programm, die letzte Predigt des berühmten englischen Dichters John Donne, die er auf seine ganz eigene Weise vorträgt…

„Ich war wirklich nervös heute Morgen bei mir zu Hause. Ich kam mir vor, als würde ich heiraten heute. Und das hat auch ein bisschen etwas davon. Jetzt ist es sozusagen raus dieses Projekt…Ich habe das Gefühl, das kann ein wunderschönes tolles großes Programm werden“ erzählt uns Ben Becker im Interview, der bis zur Premiere im November noch an der Darbietung feilt.

In diesem Jahr wird der Schauspieler 60 Jahre alt. Das Thema Tod ist ihm daher nicht fremd. Er erklärt uns: „So in meinem Alter, da passiert das schon mal hier und da, mein Papa sagt immer, die Einschläge kommen näher. Der Abschied von den eigenen Eltern und sowas. In dem Alter bin ich ja… Das bewegt natürlich und das macht einen auch nachdenklich. Und nachdenklich stimmt einen auch diese Zeit, wo durchaus eine große Angst allgemein da ist. Wie geht es weiter? Wie geht man mit diesem wertvollen, wunderbaren, kleinen Planeten um? Wie lange dreht er sich noch? Plötzlich ist Krieg in Europa. Dann gibt es andere die sagen, es interessiert mich alles nicht, die fahren mit ihren Yachten übers Mittelmeer, während nebenan die Leute ertrinken.“

Ben Becker und Religiosität oder Auftritte in Kirchen, das ist so eine Sache. Früher hat er sich nie mit so etwas beschäftigt. Heute sieht er Jesus als Freund: „Ich sage immer, es ist mein Kumpel. Es ist mein Freund, dem begegne ich auch mit größtem Respekt und größter Hochachtung… Ich fühle mich diesem Herrn sehr verbunden und wenn ich so eine Örtlichkeit betrete, dann nehme ich meinen Hut ab und sage ihm, nur für mich, hallo, wie geht’s?!“

Missionierend ist er allerdings nicht unterwegs und meint: „Also ich kann ja jetzt nicht die Schäfchen zurück in die Kirche holen. Ich kann nur sagen, dass hier die Möglichkeit stattfindet, sich mitzuteilen oder auszutauschen.“

von TIKonline.de