Deutscher Musikautorenpreis 2011:
Seltener Auftritt von Reinhard Mey

Die GEMA lud am Donnerstagabend ins Hotel Ritz Carlton und vergab zum dritten Mal den Deutsche Musikautorenpreis an Komponisten und Textdichter. Unter den Gästen des Abends waren neben Bands wie die Scorpions, Silbermond oder Jennifer Rostock auch Liedermacher Konstantin Wecker, der Graf, Ich Ich, Rockröhre Doro Pesch und Volksmusikantin Stefanie Hertel.

Mit der Trophäe in Form eines Notenschlüssels, der sogar klingt, wenn man ihn bewegt, wurden Kreative in zehn Kategorien ausgezeichnet. Die Scorpions wurden in den Kategorie Komposition Rock geehrt, das Pop-Duo Ich Ich strahlte mit dem Preis in der Sparte Pop und der Graf, Sänger der Band Unheilig, erhielt die Trophäe für das erfolgreichste Werk.

Besonders groß war die Freude über den Preis in der Kategorie Text Liedermacher / Lied bei Reinhard Mey. Liedermacherkollege Klaus Hoffmann hielt die Laudatio und überreichte die Auszeichnung an seinen Freund und musikalischen Inspirator Reinhard Mey. Es war einer der seltenen Auftritte des Sängers, der Auszeichnungen und rote Teppiche ansonsten eher meidet. Der 68-Jährige hat sich vor allem mit seinen einfühlsamen, berührenden, persönlichen Texten in die Herzen der Menschen gesungen. Vor etwa zwei Jahren erkrankte einer seiner Söhne schwer. Ihm widmete er auf seinem letzten Album ein Lied mit dem Titel „Drachenblut“.

Die Ideen gehen Deutschlands berühmtestem Liedermacher scheinbar nie aus. Mey erklärt im Interview, woher er diese nimmt: „Na die nehme ich aus dem Fernsehen oder aus der Zeitung oder aus dem Gespräch mit den Menschen die mich umgeben, aus der Familie. Überall. Man muss nur die Augen aufmachen, die Antennen ausfahren und, wie Luther gesagt hat, den Menschen aufs Maul schauen, dann kommt das schon.“

Aber Reinhard Mey weiß auch, dass man nicht ständig von der Muse geküsst wird. Es gibt auch Zeiten, da ist er nicht so kreativ. „Dann warte ich so lange bis sie mich küsst. Irgendwann, das weiß ich im Laufe der Zeit, wird sie immer küssen. Man muss sich darauf konzentrieren und man muss ihr eine Chance geben zu kommen. Man kann sie nicht zwingen, aber man kann auf sie warten und man kann sehr geduldig sein und ich bin ein sehr geduldiger Mensch“, sagt uns Mey.

Im Herbst geht Reinhard Mey auf Tour. Themen für neue Lieder gibt es immer, aber: „Das kann ich nicht alles verraten, aber ich denke, es gibt noch genug zu schreiben und in zwei Jahren fange ich wieder an. Ich habe so einen Dreijahres-Rhythmus. Ich scharre schon mit den Hufen um an meinen Schreibtisch zu kommen und wieder zu schreiben. Es gibt soviel zu schreiben. Das ist die einzige Angst, die ich nicht habe, dass mir die Themen ausgehen.“

Klaus Meine kam wie der Rest seiner Band, brav mit Frau an der Seite. Sind die Zeiten vom wilden Rockerleben etwa vorbei? Meine zu TIKonline.de: „Sex, Drugs and Rock&Roll und all diese Klischees, und mehr ist das ja nicht, das ist die eine Seite. Aber am Ende muss man sein Leben so leben, dass man auch seinen Spaß hat, aber dass man, wie es Mick Jagger immer so schön gesagt hat, noch so viel Restintelligenz bewahrt hat, dass man im richtigen Moment auch nein sagen kann.“

Der Graf von Unheilig wird derzeit mit Auszeichnungen überhäuft. Zuletzt bekam er zwei Echos. Nun den Musikautorenpreis. Die Ideen gehen dem Aachener nicht aus. Er erzählt: „Meine Inspiration ist das Leben in allen Formen. In den guten, in den schlechten Zeiten quasi wirklich mit allem drum und dran, alles was das Leben mir so ins Ohr flüstert, das wird meistens verarbeitet indem ich mir das von der Seele schreibe und dann entsteht ein Lied.“

Der gigantische Erfolg ist dem Sänger aber keinesfalls zu Kopf gestiegen: „Irgendwann wird der Erfolg nachlassen, das kommt von ganz alleine, das ist immer so. Also man schwebt nie auf dieser Wolke irgendwie für ewig. Das ist eine Sache, die kann keiner vorhersehen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, alles was jetzt noch kommt ist der Schokostreusel auf dem Vanilleeis mit Sahne und mit allem drum und dran. Ich habe also schon mehr erreicht, als ich mir je in meinem Leben vorstellen kann und alles was jetzt kommt ist schön. Ich genieße das und warte auf das, was auf mich zukommt. Aber ich habe noch eine ganze Menge Geschichten zu erzählen, ganz viele Lieder zu schreiben.“

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Foto(s): © HauptBruch GbR

von TIKonline.de

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