Pussy Riot:
Straflager war die Hölle

Pussy Riot Plakat

Drei Wochen nach ihrer Freilassung berichten die Pussy Riot-Sängerinnen Maria Aljochina und Nadeschada Tolokonnikowa in einem Interview mit der britischen Zeitung „Sunday Times“ über ihre harte Zeit in den russischen Straflagern in Krasnojarsk und Nowgorod:

„Die Häftlinge mussten bis zum Zusammenbruch schuften, durften nur vier, fünf Stunden pro Nacht schlafen.“ Wer nicht spurte, wurde sofort bestraft: Toiletten-Verbot und wochenlanges Wasch-Verbot waren dabei offenbar noch die harmloseren Strafen.

So erzählt Nadeschada Tolokonnikowa von einer Frau, der man mit einer Schere in den Kopf gestochen habe, weil sie mit ihrer Näharbeit nicht schnell genug fertig wurde.

Maria Aljochina erinnert sich ebenfalls an schlimme Momente, die sie möglicherweise nie vergessen wird: „Als ich eine Mitgefangene sterben sah, die trotz Leberzirrhose zur Arbeit gezwungen wurde.“

Den beiden 24- und 25-jährigen Sängerinnen, die 2012 nach einem Protestkonzert gegen Präsident Putin verhaftet und zu zwei Jahren Straflager verurteilt wurden, mussten selbst bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten und bekamen dafür 45 Rubel (0,99 Cent) im Monat. 14 Monate verbrachten sie in den jeweiligen Straflagern, bevor sie im Dezember im Rahmen einer Generalamnesie des russischen Parlaments freigelassen wurden.

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von Hirsch Heinrich

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