Farin Urlaub:
Aber bitte komm wieder!


Wer hätte das gedacht? Jan Ulrich Max Vetter besser bekannt als Farin Urlaub erreicht, will man ihm ein Alter um die 95 Jahre wünschen, langsam seine Lebensmitte. Zum 47. Geburtstag gibt es deshalb nicht nur die besten Wünsche und das obligatorische „Alles gute, Farin“, sondern auch einen kurzen Blick zurück.

Geboren 1963 in Berlin, darf sich Farin als echter Sohn der Hauptstadt bezeichnen. Schon früh kommt er mit Musik in Berührung, was auch dem Umstand geschuldet sein soll, dass seine Mutter mit Vorliebe Platten der Beatles spielte. Kein Wunder also, dass Herr Urlaub ein Händchen für das Musische bekam.

Im unter Berlinern oft verkannten Bezirk Spandau lernte er dann 1981 im „Ballhaus Spandau“ Dirk Felsenheimer alias Bela B. kennen. Der Rest ist fast schon Geschichte, denn das Zusammentreffen ebnete die Zukunft für die wohl erfolgreichste deutsche Punkband aller Zeiten. Doch vor der Gründung der „Die Ärzte“ stieg Farin vorerst in Belas Band „Soilent Grün“ ein, die sich aber kurze Zeit später auflöste.

Einige Soloausflüge machte Farin schon damals, denn 1988, auf dem damaligen Bandhöhepunkt der „Ärzte“, verließ er die Gruppe, um sich eigenen Projekten zu widmen. Die Rückkehr ließ aber glücklicherweise nicht lange auf sich warten. Im Jahr 1993 war die Band mit Farin wieder komplett und traten einen erneuten Siegeszug an, der bis heute ungebrochen und unerreicht ist. Mit über 23 Millionen verkauften Tonträgern sind „Die Ärzte“ zurecht „Die beste Band der Welt“.

Trotzdem sind alle Mitglieder, was ihre musikalischen und künstlerischen Projekte betrifft, autark. So beschloss Farin im Jahre 2001 auf Solopfaden zu wandeln, ohne der Band um Bela und Rod den Rücken zu kehren. Mit dem „Farin Urlaub Racing Team“ spielt er seine Soloprojekte, tourt und bringt Platten heraus.

Dabei unterscheiden sich die Stücke für die „Ärzte“ und seine Soloarbeit vor allem darin, dass die Solostücke persönlicher und auch aktueller sind. Farin sagte zu den Unterschieden in einem FRITZ-Interview aus dem Jahr 2005: „Bei den Ärzten herrscht halt pure Anarchie auf der Bühne, während man beim Racing Team eher ein Orchester voller Dynamit hat“.

Privat lässt sich der Blondschopf nicht gerne in die Karten gucken. Er reist sehr gerne, brachte nach seiner Reise durch Indien und Buthan einen opulenten Bildband heraus, der seine Tour dokumentierte. Außerdem ist er bekennender Antialkoholiker und Nichtraucher und entbehrt so jedem Klischee über Rock- oder Punkstars.

Bleibt zu hoffen, dass Jan Ulrich Max Vetter noch lange Farin Urlaub bleibt, um mit den „Ärzten“ und seinem „Racing Team“ die deutsche Musiklandschaft aufzurütteln, sprachlos zu machen und einfach nur zu bereichern.

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Foto(s): © Erik Weiss

von TIKonline.de

Comments

  1. Herzlichen Glückwunsch, alter Mann!

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