Nicole:
Eurovision Song Contest zu uniform

Nicole (Nikolaj Georgiew)

Nicole trauert dem Grand Prix Eurovision de la Chanson hinterher. Die Sängerin, die 1982 für Deutschland zum ersten Mal den Musikwettbewerb gewann, kann mit der Veranstaltung, die heute Eurovision Song Contest genannt wird, nicht mehr viel anfangen.

„Es hat sich vieles verändert. Es ist auch nicht mehr mein Grand Prix Eurovision de la Chanson. Es heißt ja jetzt Eurovision Song Contest. Es wird alles jetzt ‚verenglischt’“, beschwert sich die 47-Jährige im Interview mit der „DPA“.

„Es wird mir alles zu sehr uniform. Mir fehlen die Persönlichkeiten. Irgendwie sehen alle für mich gleich aus, die da mitmachen. Vor allen Dingen die Frauen. Meistens blond, haben kurze Röcke und tiefe Dekolletés. Wenn das Lied noch stimmen würde und sie gut singen würden, dann wäre das ja noch was anderes.“

Außerdem bemängelt die Musikerin, die sich vor 30 Jahren mit „Ein bisschen Frieden“ in die Herzen der Europäer sang, dass die Musik heute nicht mehr „live gespielt“ werde, sondern „alles Halb-Playback“ sei.

„Es wird weniger Wert auf handgemachte Musik gelegt. Es ist ein Spektakel geworden sondergleichen, es gibt keine 18 Länder mehr, sondern viel mehr, wovon die Hälfte schon im Halbfinale rausfliegt, was kein Mensch richtig versteht. Und die ganzen Ost-Staaten sind natürlich dazu gekommen, die sich gegenseitig die Punkte zuschieben. Und seitdem das so ist, kann ich auch keinen Sieger mehr voraussagen. Weil das alles verwässert“, ärgert sich die Musikerin weiter.

Heute würde sie am Song Contest auch nicht mehr teilnehmen. „Nein. Ich glaube, ich würde es auch nicht tun, wenn mir jemand prophezeien würde, dass das nochmal klappt. Dieses Lied ‚Ein bisschen Frieden‘ und ich – das ist einzigartig. So ein Lied passiert einem im Leben einmal. Dieses Lied ist ein Jahrhundertlied. Es wird nicht alt. Der Wunsch nach Frieden ist in den Herzen der Menschen ungebrochen.“

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Foto(s): © Nikolaj Georgiew

von TIKonline.de

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