Schavan-Rücktritt:
Das sagen die Promis

Als Annette Schavan gestern mit Bundeskanzlerin Merkel vor die Presse trat, war klar, dass sie von ihrem Amt als Bundesbildungsministerin zurücktreten wird. Die Plagiats-Vorwürfe und der damit verbundene Verlust ihres Doktor-Titels ließen der 57-Jährigen keine andere Wahl. Da sie gegen die Uni Düsseldorf juristisch vorgehen werde, könne sie ihr Amt nicht weiter ausführen, ohne es zu belasten, erklärte Schavan.

Der Rücktritt von Bildungsministerin Annette Schavan wird auch unter Prominenten diskutiert. TIKonline.de hat sich umgehört. Jürgen Vogel hat zu der Sache eher keine Meinung: „Politik ist mir scheißegal!“, erklärt er.

Für Hannes Jaenicke ist Schavans Rücktritt nur ein weiterer Fall in einer ganzen Reihe von Politiker-Verfehlungen der letzten Zeit: „Das Schlimme ist, die Politiker wundern sich über unsere Politikverdrossenheit. Aber die Liste von Koch-Mehrin, Guttenberg, Schavan, von Lügnern, von Herrn Brüderle und Peinlichkeiten, die ist mittlerweile so lang, dass sie sich über die Politikverdrossenheit echt nicht wundern müssen. Also ich wünschte mir, dass wir manchmal eine etwas andere Sorte von Volksvertretern wählen oder finden würden“, so Jaenicke.

Schavans Rücktritt hält Jaenicke für konsequent: „Sie soll klagen, es ist ihr gutes Recht. Aber ich finde es gut, dass sie, während sie klagt, nicht als Bildungsministerin klagt. Mit einer Doktorarbeit, was ist der schöne Titel ‚Gewissen und Person’ oder so? Es ist klug, während des Prozesses nicht im Bildungsministerium zu sein.“

David Kross meint: „In so einer Position gehört finde ich, gehört so eine gewisse Art von Ehre, dass man das halt nicht gemacht hat, dazu.“

Anastasia Zampounidis ist nicht überrascht vom Rücktritt: „Wir haben das so ein bisschen vermutet. Weil in der Position, ob es wahr ist oder nicht, sie klagt ja auch … In der Position, dass eine Ministerin gegen eine Universität Düsseldorf klagt, das ist schon ein No-Go. Das ist eine sehr ehrenvolle und sehr konsequente Reaktion … Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe selber an der Uni geschummelt. Ich war aber nie eine akademische Person und das wusste ich auch immer und ich hatte auch nie eine akademische Laufbahn vor mir.“

Anastasia meint, der Fall Schavan war nicht der letzte: „Ich fürchte, da kommt noch was. Ich glaube das war früher vielleicht diese After-Flower-Power-Ära. Vielleicht war das ja üblich an der Uni. Lasst uns alle gemeinsam abschreiben. Hauptsache keine Tippfehler!“

Auch Xenia Seeberg ist davonüberzeugt, dass noch weitere Doktortitel entzogen werden: „Da werden wir bestimmt noch einige finden, denke ich mal. Wir können das natürlich auch ausweiten auf die Mediziner. Da möchte ich gar nicht dran denken. In sofern wird es entweder darauf hinauslaufen, dass unter Umständen ein extra Amt eingerichtet werden muss, die nur Vergangenheitskontrolle bewältigen. Es muss wahrscheinlich ein ganzes Ministerium dann sein, sonst schafft das keiner. Oder man sagt okay, man sollte in Zukunft das etwas ernsthafter betrachten und den Kontrollmechanismus etwas enger schrauben.“

Natalia Avelon ist bei solchen Vorfällen etwas ratlos: „Ein schwieriges Thema mit Vertrauen, wem glaubt man, welche Versprechungen werden eingehalten, was geht schief, welche Vorbildfunktion wird nicht erfüllt. Insofern halte ich mich bedeckt oder raus. Es gibt viele Sachen, die enttäuschen mich sehr.“

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Foto(s): © HauptBruch GbR

von TIKonline.de

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