Veronica Ferres:
Hält die ‚Super-Nanny‘ für eine Katastrophe


Veronica Ferres versteht nicht, warum Kindererziehung nicht in der Schule gelehrt wird.

Die Schauspielerin glaubt, dass man so Fehler in der Erziehung von Kindern vermeiden könnte. „Für den Führerschein muss man eine Prüfung ablegen, um Kinder großzuziehen nicht“, erklärt sie im Interview mit ‚FAZ.net‘.

„Es können elementare Fehler gemacht werden, die irreparabel sind.“ Sie kann deshalb nicht verstehen, warum das Thema nicht in die Lehrpläne aufgenommen wird. „Warum kann man das nicht lehren, wie man sich in gewissen Notsituationen am besten verhält? Was passiert bei Konflikten, bei Streits, bei Trennungen? Stattdessen müssen dann Sendungen wie die ‚Super-Nanny‘ entstehen, die ich für eine Katastrophe halte.“

Sie selbst lebt seit der Trennung von Martin Krug in einer Patchworkfamilie und hält diese Form der Familie für ein gutes Modell. „Ich glaube, dass Kinder in einer Patchworkfamilie erst einmal ganz sicher sein müssen, dass sie bei Papa und Mama die Nummer eins sind. Wenn man ihnen diese Sicherheit gegeben hat, dann kann Patchwork ein wunderbares Modell sein. Diese Erfahrung mache ich gerade.“ Allerdings muss man laut Ferres auch Regeln beachten. „Man sollte nie negativ über den anderen Elternteil reden“, gibt die 45-Jährige zu Bedenken. „Ein gutes Verhältnis zum Ex-Partner ist besonders für das Kind sehr wichtig.“

Das Verhältnis zu ihren eigenen Eltern war für die Schauspielerin nicht immer einfach. „Ich komme aus sehr bescheidenen Verhältnissen“, erinnert sie sich. „Mein Vater hat nach dem Krieg aus der Not einen Kohlen- und Kartoffelhandel gegründet. Meine Eltern haben jede Kartoffel vom Boden aufgehoben, sie haben es geschafft, dass wir drei Kinder studieren konnten.

Ich hatte bereits einen Medizinstudienplatz, aber ich habe stattdessen hier in München Theaterwissenschaft, Germanistik und Psychologie studiert. Dafür hatten sie kein Verständnis. Sie hatten große Angst um ihre kleinste, jüngste Tochter – was ich ihnen heute nicht mehr vorwerfe.

Damals habe ich’s getan, denn es gab keinen Kontakt mehr und keine finanzielle Unterstützung. Ich habe meine ganze Ausbildung selbst finanzieren müssen, mit Synchronsprechen und Tagesjobs wie Tellerspülen und Plakate-Kleben. Nach zweieinhalb Jahren haben meine Eltern gesehen, wie ernst es mir war; dann wuchs der Respekt, und sie haben auch loslassen können. Meine Dankbarkeit ist heute viel größer.“

Am 10. November ist Ferres im Film ‚Rosannas Töchter‘ (ARD, 20:15 Uhr) zu sehen. In der Verfilmung des Romans von Amelie Fried spielt sie eine Frau, die neu in eine Vater-Tochter-Beziehung kommt.

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Foto(s): © HauptBruch GbR

von TIKonline.de

Comments

  1. ich bin schon gespannt auf den Film. Heute Abend 20:15 ARD

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