ZDF:
‘Wetten, dass …?’ legt Wert auf Sicherheit


Nach dem schweren Unfall am vergangenen Wochenende bei ‚Wetten, dass…?‘ will das ZDF einen Kriterienkatalog erarbeiten, um Wetten sicherer zu machen.

ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner hat sich im Interview mit ‚Welt Online‘ zur Zukunft der Familiensendung und dem schweren Unfall vergangenen Samstag, 4. Dezember, geäußert.

Die Sendung war zum ersten Mal in ihrer 29-jährigen Geschichte abgebrochen worden und es wurde spekuliert, ob hoher Quotendruck durch das RTL-Programm ‚Das Supertalent‘ die Macher der Show dazu verleitet haben könnte, den Sensationsfaktor zu erhöhen und dadurch die Sicherheit ihrer Kandidaten in den Hintergrund gerückt sein könnte.

Teubner erklärt dazu: „Weder von mir noch vom Sender hat es jemals die Anweisung gegeben: mehr Spektakel. Das ZDF schreibt die Sicherheit seiner Wettkandidaten groß. Wir beschäftigen einen Sicherheitsingenieur, der die Wetten im Vorfeld auf mögliche Gefahrenquellen prüft. Wir werden jetzt auch einen Kriterienkatalog erarbeiten, um die Risiken noch weiter zu verringern. Hundertprozentige Sicherheit kann es aber nicht geben.“

Allerdings seien die Wetten in der Show schon immer sehr spektakulär gewesen, betont er und verweist auf das Jahr 1999, als ein Kandidat mit seiner Geländemaschine die Garmisch-Partenkirchener Skisprungschanze hinunterfuhr und 83 Meter weit – unfallfrei – sprang.

Als Samuel Koch vor einem Dreivierteljahr seine Wette angeboten hatte, habe er ursprünglich über zehn Autos springen wollen – das Team des ZDF habe die Anzahl der Fahrzeuge dann allerdings aus Sicherheitsgründen um die Hälfte verringert. Zwei Mal habe er in Live-Show-Bedingungen geprobt, zum ersten Mal in München, wo der Sender ihm eine Sicherheitsmatte besorgt habe, später noch einmal in Hannover. „Wir waren optimistisch, dass er es schafft“, erklärt Teubner. „Wir hätten es nicht für möglich gehalten, dass es nach dieser sorgfältigen Vorbereitung zu solch einem tragischen Unfall kommen könnte.“

Auch ‚Bild.de‘ hat der Unterhaltungschef Fragen zum Unfall und der Wette beantwortet. Demnach sollen auf dem Unfallfahrzeug auch bei der Probe keine Matten gelegen haben. Auf die Frage, ob Koch über den mehr als fünf Meter langen Audi A8 habe springen müssen, weil der Sender einen Kooperationsvertrag mit dem Autohersteller habe, erwidert Teubner: „Unsinn! Samuel hat uns vor der Wette eine Liste mit Autos geschickt, die wir für seine Wette bereitstellen sollen. Dabei war auch der Audi A8.“

Außerdem erklärt er, der Wettkandidat habe seine Wette ursprünglich in zwei Minuten absolvieren wollen, woraufhin der Sender die Zeit auf vier Minuten verdoppelt habe. Das 23-jährige Unfallopfer liegt derzeit in der Uniklinik Düsseldorf und bereits am Dienstag hatte sein Ärzte-Team verlauten lassen, dass Koch im schlimmsten Falle gelähmt bleibe.

Moderator Thomas Gottschalk hatte nach dem Unglück verkündet, noch nicht über eine Zukunft der Show nachdenken zu können, woraufhin sich ‚Wetten, dass…?‘-Erfinder Frank Elstner klar für eine Weiterführung der Show aussprach.

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Foto(s): © HauptBruch GbR

von TIKonline.de

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