Museum Berggruen wieder eröffnet:
Olivier Berggruen über das Vermächtnis seines Vaters

Olivier Berggruen, Klaus Wowereit (Foto. HauptBruch GbR)

Festakt vor dem Berliner Museum Berggruen! Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, der Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der Direktor der Nationalgalerie Berlin Udo Kittelmann, der Präsident der Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz Hermann Parzinger und Olivier Berggruen setzten am Freitag bei strahlendem Sonnenschein und frostigen Temperaturen im Garten des Museums die Schere an und durchschnitten feierlich ein Band.

Knapp zwei Jahre blieb die Kunstsammlung von Heinz Berggruen der Öffentlichkeit verwehrt und ist nun wieder allen Kunstliebhabern zugänglich.

Besonders freut sich darüber Olivier Berggruen, Sohn des wohl berühmtesten Kunstsammlers des 20. Jahrhunderts, Heinz Berggruen. „Kunst ist mein Leben!“, gesteht er uns im Interview. Er verrät, wie viel ihm dieses Haus bedeutet. Berggruen: „Es hat eine sehr große Bedeutung, weil es wirklich das Lebenswerk meines Vaters ist. Jahrzehnte von Sammeln, Entdecken, Bilder, Gemälde, Künstler – das verkörpert sich alles hier! Ich glaube es war meinem Vater immer sehr wichtig, dass der Hauptteil der Sammlung zusammen bleibt. Es ist uns sehr wichtig, uns mit Berlin, mit dem Museum, das Werk unseres Vaters zu erhalten.“

1996 übergab Heinz Berggruen seine Sammlung als Leihgabe an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, für vorerst zehn Jahre. „Die Bilder wollen nicht an ihrer eigenen Schönheit sterben. Sie wollen betrachtet und genossen werden“ lautete damals Berggruens Erklärung für diese Geste. Außerdem sah der einst von Nationalsozialisten vertriebene Kunsthändler das Ganze als eine „Geste der Versöhnung“ an.

Vier Jahre später – im Dezember 2000 – kaufte die Stiftung die Sammlung für eine Summe weit unter Marktniveau. Nach Heinz Berggruens Tod 2007 ergänzten seine Erben die Sammlung um weitere Leihgaben. So groß die Freude darüber war, so klein waren die vorhandenen Ausstellungsräume.

Nach zwei Jahren des Umbaus ist die Galerie nun 1250 qm groß – doppelt so viel wie bisher. Der Stüler-Bau wurde durch einen Gang aus Glas und Stahl mit dem benachbarten, denkmalgeschützten Kommandantenhaus verbunden und somit durch weitere Ausstellungsräume ergänzt.

Die Berggruen-Sammlung umfasst neben über hundert Werken von Pablo Picasso aus allen Schaffens-Perioden, auch wichtige Stücke von Künstlern wie Henri Matisse oder Paul Klee. Olivier Berggruen, Bruder des berühmten Finanzinvestors und Karstadt-Retters Nicolas Berggruen, ist selbst Kunsthistoriker und leidenschaftlicher Sammler. Er will vor allem die berühmten Werke einem breiten Publikum zugänglich machen. Für ihn ist nämlich Kunst keine Frage des Geldes. Olivier Berggruen erklärt: „Ich glaube, dass auch wenn man bescheidene Mittel hat, man in der heutigen Welt wunderbare Editionen kaufen kann. Man kann alles Mögliche finden. Kunst hat sich auch demokratisiert. Große Künstler arbeiten mit Editionen. Ich glaube, wenn man sich wirklich interessiert, kann man sich eine schöne kleine Kunstsammlung zusammenstellen.“

Olivier Berggruen: „Kunst ist mein Leben!“

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Foto(s): © HauptBruch GbR

von TIKonline.de

  • im Namen wahrer Mäzene

    Nur in Deutschland ist man so dumm und applaudiert wenn eine steinreiche Familie auf Steuerzahlers Kosten Kunsthandel betreibt. Dies als Mäzenatentum zu bezeichnen ist irreführend und schadet der Sache. Warum soll einer in Deutschland wirklich etwas schenken, wenn er schon aufgrund von ein paar Leihgaben ein ganzes Haus zur Verfügung gestellt bekommt und solche Hymnen ernten kann?